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Cesare Orsenigo (1873-1946)
Geschrieben von: Hubert Beckers
Nuntius in Berlin 1930/45
Cesare Orsenigo [0].wurde am 13. Dezember 1873 geboren in Villa San Carlo am Comosee. Er studierte am Seminar in Mailand und wurde 1896 zum Priester geweiht. Seit 1897 arbeitete er in Mailand, zuerst als Kaplan und dann als Pfarrer der Pfarrei San Fidele, direkt im Zentrum Mailands. 1912 wurde er zum Domherrn an der erzbischöflichen Kathedrale von Mailand ernannt, behielt aber engen Kontakt zu seiner alten Pfarrei San Fidele. Neben seinen rein seelsorglichen Aufgaben widmete sich Orsenigo neben dem caritativen auch dem literarischen und historischen Bereich; er fertigte Biographien und Studien an. Orsenigo beschäftigte sich mit dem Ausbau der sogenannten Vinzenzkonferenzen zur Sorge für 'verschämte Arme' und beteiligte sich an der Errichtung von Sozialstationen in den Arbeitervierteln der Stadt Mailand. Während seiner Mailänder Zeit lernte Orsenigo, im Zusammenhang mit seinen historischen Arbeiten, den Bibliothekar der Ambrosiana, Achille Ratti, den späteren Papst Pius XI, gut kennen; Sie gaben zusammen die literarisch-theologische "Revue San Carlo Borromeo" heraus. Die beiden schätzten sich sehr.
Orsenigo wurde am 23. Juni 1922 völlig unerwartet von seinem Freund Ratti, jetzt Papst Pius XI, zum Apostolischen Internuntius in die niederländische Regierungsstadt 's-Gravenhage (Den Haag) ernannt. Er erhielt dabei die Würde des Titularerzbischofs von Ptolemais (Lybien). Obwohl bisher eher die Seelsorge sein Metier war, die Caritas, die kontemplative Arbeit des Gelehrten; soll ihn sein Freund Ratti persönlich zum Wechsel in die diplomatische Laufbahn bestimmt haben. Auf Bedenken Orsenigos soll er geantwortet haben, er sei ein heiligmäßiger Priester und werde auch ein guter Diplomat sein.
Im Sommer 1925 erfolgte seine Versetzung nach Ungarn, er wurde zum Nuntius in Budapest ernannt. Die dortige deutsche Gesandtschaft hat ihn später als sehr intelligent, gut informiert und als einfach und Rechtskategorien denkend charakterisiert. In kirchlichen Dingen soll er allerdings manchmal etwas zu enge Auffassungen gehabt haben.
Im Frühjahr 1930 ernannte Pius XI ihn zum Nuntius in Deutschland. Orsenigo genoss somit beim Papst hohes Ansehen und auch seine diplomatischen Erfahrungen in Den Haag und in Budapest wurden hoch eingeschätzt. Er trat in Berlin die Nachfolge Eugenio Pacellis an, der zum Kardinalstaatssekretär ernannt worden war. Das von diesem etablierte Niveau der Amtsführung konnte Orsenigo weder kopieren noch gar erreichen. Dies wäre für jeden Nachfolger sehr schwierig gewesen, denn Pacelli hatte durch Erscheinung, Persönlichkeit, Frömmigkeit, Geist, Arbeitskraft, durch Kenntnis der deutschen Verhältnisse und der deutschen Sprache und nicht zuletzt durch seine sichtbaren Erfolge (bayerisches und preussisches Konkordat in 1924, resp. 1929) uneingeschränktes Ansehen bei Kirche und Staat in Deutschland erworben[1].
Warum Papst Pius XI gerade Orsenigo zum Nachfolger Pacellis ernannt hat, ist nicht mit Sicherheit bekannt. Immerhin war es eine erstrangige Nuntiatur, die man üblicherweise nicht gleich zu Beginn einer Diplomatenlaufbahn erreicht. Es fragt sich, ob die Freundschaft Pius XI zu Orsenigo grösser war als seine Urteilsfähigkeit? Pius XI war schließlich selbst weder Diplomat noch in kirchlichen Leitungsämtern tätig gewesen.
Orsenigos Aufgabe in Berlin war wegen der sich immer mehr verschärfenden politischen und wirtschaftlichen Situation in Deutschland problematisch: Die Endkrise der Weimarer Republik und anschließend die nationalsozialistische Diktatur und der II. Weltkrieg erschwerten Orsenigos Aufgabe erheblich. Außerdem war sein Vorgänger Pacelli als Kardinal-Staatssekretär in der Lage, die Amtsführung Orsenigos weisend und kontrollierend zu begleiten und mitzuführen. Als Erleichterung für Orsenigo zeigten sich hingegen die bleibenden Dienste seines ehemaligen Sekretärs in Berlin, Pater Eduard Gehrmann, der seine Arbeit bei ihm fortsetzte, ebenfalls als persönlicher Sekretär. Gehrmann verfolgte dank seiner Sprachkenntnisse (Orsenigo war zumindest am Anfang seiner Tätigkeit des Deutschen nicht mächtig) die vom Nuntius beim deutschen Außenministerium vorgetragenen Probleme auf Referentenebene weiter, bzw. leitete die Behandlung weniger wichtiger Probleme bei den zuständigen deutschen Referenten selbst ein. Fest steht, dass Gehrmann bereits 1928 Nationalsozialist gewesen ist. Ob Gehrmann auf die politische Willensbildung Orsenigos Einfluss ausgeübt hat, ist unklar; jedenfalls war das Verhältnis der beiden sachlich und kühl und ganz sicher nicht so herzlich wie beim Nuntius Pacelli [2].
Im Reichskabinett wurde am 5. Februar 1930 außerhalb der Tagesordnung die Bitte britischer und vatikanischer Diplomaten vorgebracht, nach der Abberufung Pacellis die Besetzung des Dekanats im diplomatischen Korps beim päpstlichen Nuntius zu belassen. Dem Dienstalter nach müsse dies eigentlich dem russischen Botschafter angetragen werden, aber die Diplomaten wollten das Amt dem neuen Nuntius geben, obwohl dieser keinen Rechtsanspruch darauf besaß. Mit Russland wurde dann noch im Februar vereinbart, Orsenigo 'aus Courtoisie' die Stellung zu übertragen [3]. Diese Entscheidung wurde später im Artikel 3 des Reichskonkordats bestätigt.
Am 25. April 1930 traf Orsenigo als Nachfolger von Pacelli in Berlin ein und am 2. Mai 1930 überreichte er dem Reichspräsidenten von Hindenburg sein Beglaubigungsschreiben für das Reich. Am 6. Mai 1930 tat er das Gleiche beim preussischen Ministerpräsidenten Braun; bis zum 1. Juni 1934 war er ja auch in Personalunion zum Nuntius in Preussen bestellt worden ().
Bei Orsenigo ist zumindest in den Anfängen eine gewisse Sympathie für Faschismus und Nationalsozialismus vorhanden gewesen; er stand autoritären politischen Formen nicht ablehnend gegenüber. So vertrat er die Auffassung, dass die Kirche in Italien mit den Faschisten doch gut gefahren sei, sofern durch sie die Freiheit der Kirche nicht beeinträchtigt wurde (wobei er sich offenbar wenig Gedanken darüber machte, ob dies zu vereinbaren war). So ist es zu verstehen, wenn Pacelli sowohl als Kardinalstaatssekretär als auch später als Papst kein allzugroßes Vertrauen in Orsenigo hatte (deswegen soll Orsenigo auch nie Kardinal geworden sein). Orsenigo war nach Meinung derer, die ihn kannten, zu naiv und zu schwach, was sein Verhältnis zu den Nazis anbetraf [4] (vgl. jedoch ganz unten); er hoffte anfänglich, dass der Nationalsozialismus seinen Radikalismus und besonders seine Kirchenfeindlichkeit abschwächen werde. Von den Strukturen und Mentalitäten im deutschen Katholizismus verstand Orsenigo wenig; zur katholischen Basis in Parteien, Pfarreien und Verbänden hatte er keineerlei Kontakt.
Die Aufgaben Orsenigos waren vor dem Hintergrund einer sich fortsetzenden verschärfenden Ausnahmesituation schwierig zu bewältigen. Er stand einem totalitären System gegenüber, das von Anfang an mit rüden Methoden das Ziel verfolgte, den bestehenden Einfluss der Kirche im öffentlichen Leben zurückzudrängen und zu eliminieren. Seine tägliche Aufgabe beschränkte sich darauf, diese Politik zu registrieren und protestierend abzuwehren, wobei ihm als Waffe praktisch nur der Rekurs auf die Vereinbarungen des Reichskonkordats und der Länderkonkordate, sowie auf die - nicht von allen gleich hoch bewertete - moralische Autorität des Papsttums und der Kirche zur Hand gegeben war [5].
Der Vatikan sah den Nationalsozialismus im Vergleich zum Kommunismus als das geringere Übel an; Orsenigo teilte diese Meinung und war aus diesem Grund offensichtlich begeistert über Hitlers Machtzuwachs [6]. Dies änderte sich nach 1933. Bei allem fortlaufenden Protest gegen die kirchenfeindliche NS-Politik bemühte er sich, einen Bruch zu vermeiden, um zumindest einen Rest diplomatischer Einwirkungsmöglichkeit zu behalten. Sein Gönner Papst Pius XI war manchmal anderer Meinung; er war auch mehrmals nahe daran, den Nuntius abzuberufen; er hätte Orsenigo zum Kardinal ernennen können, um ihn dann aus Berlin abzuziehen, tat es aber nicht, weil er befürchtete, ein Wechsel sei in der gespannten Situation des Dritten Reiches nicht ratsam.
Der neue Papst Pius XII stand in einem ganz anderen Verhältnis zu Orsenigo. Seine Linie war der Politik des Nuntius ähnlicher als die des Pius XI. Er vertrat die Auffassung, dass in einem totalitären kirchenfeindlichem System eine Politik des Verhandelns und der Proteste besser geeignet wäre, um das Risiko eines für die Kirche fatalen Bruchs zu vermeiden [7]. Als Vorgänger Orsenigos in der Berliner Nuntiatur war Pacelli die Lage in Deutschland bestens bekannt. Während der Konkordatsverhandlungen hatte er als Kardinalstaatssekretär Orsenigo aus allen Gesprächen fern gehalten. Überhaupt hat sich Pacelli in vielen Fällen bei Orsenigo nicht eingemischt und bevorzugte eher, über den deutschen Botschafter beim Vatikan mit Berlin zu verkehren [8]; wegen der prekären Lage in Deutschland behielt er alle Fäden in der eigenen Hand; er überlies Orsenigo nur die Aufgaben zahlreicher Einzelfälle (siehe dazu: Albrecht "Notenwechsel H. Stuhl/Reichsregierung" Band III: 'Notenwechsel/Demarchen des Nuntius Orsenigo 1933-1945'; Mainz 1980).
Die Haltung Pacellis (bzw. des Papstes Pius XII) zur nationalsozialistischen Ideologie und dessen Hauptvertretern, kann noch immer nicht eindeutig beurteilt werden. Denkbar ist, dass eine Verurteilung der Schriften Mussolinis und Hitlers aus politisch-taktischen Gründen nicht erwünscht war, weil beide im Sinne der katholischen Staatsrechtslehre als legitime staatliche Obrigkeit anzusehen waren und/oder ein entschiedenes Vorgehen gegen Duce und Führer die Situation von Kirche, Katholiken und Juden nur noch verschlimmert hätte [9]. Pius XI war ein engagierter Mensch und dabei auch autoritätsbewusst. Er hätte sich von seinem Staatssekretär (Pacelli) weder bevormunden noch lenken lassen und er verurteilte erstmals öffentlich, gegen den Widerstand mancher Kardinäle, den modernen Antisemitismus. Dennoch erschien die gegen Ende des Pontifikats Pius XI geplante Anti-Rassismus-Enzyklika schließlich doch nicht [10]; ob dies nur auf den Einfluss Pacellis zurückzuführen ist, bleibt fraglich. Orsenigo jedenfalls wird nichts damit zu tun gehabt haben; er hatte hier keinerlei Einfluss, weder bezüglich des Konkordates 1933, noch bezüglich der Enzyklika 'Mit brennender Sorge' 1937, hier war er nur an deren Verbreitung beteiligt.
Die Beurteilungen über Orsenigos Person sind ziemlich einheitlich: Zu zögernd, zu unentschlossen, zu nachgiebig und resignierend, fehl am Platze, vorschnell die eigene Position relativierend, oft ängstlich (aber nict immer), nicht der richtige Mann in jener Zeit, mangelnde fachliche Qualifikation und daher seinen Aufgaben kaum gewachsen, der Finessen und Winkelzüge des Diplomatenhandwerks im Grunde fremd gegenüber stehend. Diese Urteile sind sehr verschieden und oft widersprüchlich. Manche heben seine angenehme Art und Konzilianz hervor, andere widerum stoßen sich an seiner zurükhaltenden Art.
Die meisten deutschen Bischöfe empfanden Orsenigo als schwach und zögernd; einige sprachen sich strikt gegen ein Weiterverbleiben Orsenigos aus. Der Berliner Bischof Preysing gab am 23. Januar 1943 sogar Papst Pius XII zu verstehen, dass Nuntius Orsenigo seiner Aufgabe nicht gewachsen war. Wäre es nicht besser, den Geschäftsträger der Nuntiatur durch einen Mann mit Kopf und Herz zu ersetzen und, einmal eingeführt, ihn mit der Wahrnehmung der Geschäfte zu betrauen, während Orsenigo einen längeren Urlaub anträte [11]?
Die polnischen Bischöfe, mit denen er als stellvertretender Nuntius (siehe 1/11/1939) verkehrte, empfanden ihn als germanophil und ängstlich; es bestand sogar der Eindruck, Orsenigo kümmere sich nicht um das Schicksal der Kirche in Polen und sei diesem Land feindlich gesinnt [12]. Von den Beamten des deutschen Außenamtes wurde oft Orsenigos Konzilianz betont, wohl im Gegensatz zu Pacellis zwar verbindlicher, aber harter Verhandlungsführung. Staatssekretär Weizsäcker empfand Orsenigo als einen real denkenden Menschen, der sich stets bemühte, ausweglose Differenzen zu vermeiden. Nazi-Größen empfanden Orsenigo als ausgesprochen anti-nationalsozialistisch; Hitler fand ihn langweilig; während einem Empfang erkundigte er sich nach dem Leberleiden des hohen Herrn und wendete sich dann schleunigst der Begrüßung der übrigen Diplomaten zu; Goebbels spürte bei Orsenigo 'großen Hass gegen Führer und Reich'; Heydrich warf Orsenigo die Unterstützung landesverräterischer Tätigkeiten vor. Die unterschiedlichen Urteile spiegeln unterschiedliche Anschauungen, Werte und Zielsetzungen der Urteilenden wider und können nicht ohne Weiteres verallgemeinert werden. Doch trotz der dargelegten Kritikpunkte hat Orsenigo bei einer Vielzahl von Fragen mit großer Hartnäckigkeit seine Argumente vorgebracht und an ihnen festgehalten [13].
Die deutsche Reichsregierung versuchte ständig, das Arbeitsfeld des päpstlichen Nuntius einzuengen:
- Orsenigo empfing am 30. Juni 1940 eine Verbalnote des deutschen Außenamtes, in der er darum gebeten wurde, den Heiligen Stuhl zu veranlassen, seine diplomatischen Vertretungen in Oslo, Den Haag, Brüssel und Luxemburg spätestens am 15. Juli zurückzuziehen. Nachdem deutsche Truppen das gesamte Staatsgebiet von Norwegen, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg besetzt hatten, war die gesetzmäßige Gewalt in diesen Ländern in deutsche Hand übergegangen. Die diplomatische Vertretung des Vatikans in Berlin könnte die Aufgaben in den diesbezüglichen Ländern übernehmen. Orsenigo erläuterte die die doppelte Aufgabe einer Nuntiatur und gab die großen Schwierigkeiten bei der Abwicklung kirchlicher Angelegenheiten zu bedenken; doch es war schließlich alles vergebens [14].
- In einer deutschen Note vom 29. August 1941 wurde gefordert, dass alle Besetzungen von höheren Kirchenämtern in den annektierten Gebieten vorab Berlin mitzuteilen seien; außerdem wurden Vorabkonsultationen verlangt, auch für vorgenommene Besetzungen innerhalb der Kirche im alten Reichsgebiet, die auf der gleichen Ebene vorgenommen wurden. Es wurde also faktisch ein Vetorecht gefordert [15].
- Am 18. Januar 1942 betonte eine Note der Kurie schwere Verletzungen der Rechte der Kirche, vornehmlich im Warthegau, durch Maßnahmen, die den Konkordaten, dem Völkerrecht und den Prinzipien des Naturrechts widersprachen (siehe oben 29/8/1941). Es hatte in der Kurie allerhöchste Priorität, in einem Land, das im Verlauf militärischer Operationen okkupiert oder annektiert worden war, erst dann kirchliche Neuerungen irgendwelcher Art vorzunehmen, wenn, nach Beendigung der Feindseligkeiten, der neue Zustand auch formal in Friedensverträgen oder durch zuständige internationale Organisationen anerkannt worden war [16].
- Hitler ließ am 10. Juni 1942 nach vorausgegangener Rücksprache mit Lammers mitteilen, dass er nicht wünschte, dass die Beziehungen zur Katholischen Kirche reichseinheitlich zusammengefasst, bzw. vertreten wurden. Beziehungen zum Vatikan unterhielt Deutschland ausschließlich für das Altreich. Vertreter des Reiches in den verschiedenen rück‑ und angegliederten und besetzten Gebieten wurden auf Hitlers Weisungen in Kirchenfragen vom Leiter der Parteikanzlei (Bormann) ausgerichtet. Da beim Vatikan noch ein polnischer Botschafter beglaubigt war, könne laut Hitler keine Rede davon sein, dass die ehemals polnischen Gebiete, die nach Meinung des Vatikans aber noch den Polen gehörten, unter die Gesetzgebung des Reichskonkordats fallen [17]. Versuche des Berliner Nuntius' Orsenigo, die Lage der Katholiken im Warthegau wahrzunehmen, misslangen deshalb [18].
Das deutsche Außenamt informierte am 22. Juni 1942 den deutschen Botschafter im Vatikan, Diego von Bergen, über diese neuen Entscheidungen Hitlers bezüglich der Frage der Beziehungen Deutschlands zum Vatikan. Hitler wünschte nicht, dass diese reichseinheitlich vertreten wurden, sondern dies sollte ausschließlich für das Altreich gelten (Lage 1933). In allen anderen angeschlossenen oder besetzten Gebieten wurden keine diplomatischen oder politischen Verbindungen mit dem Vatikan zugelassen; zuständig waren von deutscher Seite die Vertreter des Reiches, von kirchlicher Seite die örtlichen Vertreter (Kardinäle, Bischöfe usw.). Wenn sich Nuntius Orsenigo im Zusammenhang mit Vorgängen außerhalb des Altreiches, an Vertreter des Reichs wendete, müsste man ablehnen, auf solche Gespräche einzugehen, sich dabei auf die Konsequenzen der Kurienote vom 18/1 berufen, nach der eine Anerkennung der stattgefundenen territorialen Veränderungen für die Dauer des Krieges nicht beabsichtigt sei und Verhandlungen über diesbezügliche Fragen verweigert werden. [19].
Die Entscheidung Hitlers hinsichtlich der Frage der Beziehungen Deutschlands zum Vatikan (siehe 22/6) wurde nicht durch eine schriftliche Note - als Antwort auf die vatikanische Note vom 18/1 - mitgeteilt, sondern nur mündlich dem Nuntius Orsenigo eröffnet, als dieser am 25. Juni wieder einmal in Angelegenheiten des Generalgouvernements im Außenamt vorstellig wurde [20].
Orsenigo notierte Ende Juni 1942, dass seit kurzem die Antworten auf seine Bitten und Eingaben hin länger als üblich auf sich warten ließen und er berichtete dem Vatikan (Maglione) außerdem, dass ihm mitgeteilt worden war, dass Demarchen und Bitten Gebiete betreffend, die nicht zum Altreich gehören, nicht mehr zur Kenntnis genommen werden sollten [21]. Damit hatte Orsenigo keine Möglichkeiten mehr, sich für die Gebiete außerhalb des Altreiches einzusetzen; Es zeigte sich aber, dass sich defacto weder die Nuntiatur, noch das päpstliche Staatssekretariat, noch das deutsche Außenamt in strikter Weise an diesen Führerbefehl hielten. Die Strategie Orsenigos war dabei, zuerst auf seine Unzuständigkeit hinzuweisen und dann um eine Behandlung seiner Intervention unter humanitären Gesichtspunkten zu bitten. Manchmal gelang ihm das, allerdings jedoch nie, wenn er sich um Juden kümmerte. Das Außenamt war, Ribbentrop ausgenommen, nie mlitant nationalsozialistisch und zeigte sich manchmal bereit, zu untersuchen und zu verhandeln und eine Verschlechterung der Beziehungen zum Vatikan zu vermeiden [22]. Orsenigos persönliche Begegnungen mit Hitler beschränkten sich hauptsächlich auf die Empfänge des Diplomatischen Korps, wo er als Doyen eine Ansprache hielt; meist waren dies die Neujahrsempfänge (textlich immer abgefasst zusammen mit Pacelli).
Außerdem ist hierzu folgendes anzumerken:
- Am 15. September 1939 hatte Orsenigo bei Hitler eine Audienz, in der er sich über die angebliche Absicht der Reichsregierung erkundigte, den Luthertag zum Nationalfeiertag zu erklären. Hitler verneinte eine solche Absicht [23].
- Während des Diplomatenempfanges am 20. April 1939 eröffnete auf Initiative Pacellis der Nuntius Orsenigo die Gratulationscour mit der Übermittlung der Glückwünsche des Papstes und des Diplomatischen Korps zu Hitlers 50. Geburtstag [24].
- Am 4. Mai 1939 bat Orsenigo beim Außenamt um eine Audienz bei Hitler zur Übergabe eines persönlichen Schreibens des neuen Papstes. Hitler war allerdings zu dieser Zeit nicht in Berlin, sondern in Berchtesgaden. Orsenigo betonte nachdrücklich, dass es eilt und erklärte sich deshalb auch bereit, am nächsten Tag an den Aufenthaltsort des Führers zu fliegen. Abends versicherte sich Ribbentrop davon, dass es sich nicht um eine Frage der Kirchen-, sondern der internationalen Politik handle [25]. Am nächsten Tag (5. Mai) empfing Hitler um 16 Uhr, zusammen mit Ribbentrop, den Nuntius Orsenigo mit seiner Botschaft des Papstes Pius XII, in der er Hitler den Vorschlag unterbreitete, die politischen Differenzen in einer gemeinsamen Friedenskonferenz der fünf europäischen Großmächte zu beseitigen [26].
Am 12. Mai 1939 besuchte Orsenigo den AA-Staatssekretär Weizsäcker und besprach mit diesem detailliert den Besuch bei Hitler am 5/5 [27]. Außenminister Ribbentrop empfing am 17/5 den Nuntius Orsenigo und gab ihm die amtliche Antwort der Achsenmächte, die Absicht des Papstes vom 5/5: Man könne nicht auf dessen Vorschlag zu einer Friedenskonferenz eingehen (wie auch die anderen Staaten dem Papst hatten wissen lassen). Ribbentrop äußerte sich dabei ausführlich über die internationale Situation [28]. Am 23. Mai 1939 teilte Ribbentrop dem Nuntius mit, dass die Reichsregierung dem Papst für seine Absicht danke, dass sie ihn aber bitte, von dem vorgeschlagenen Appell abzusehen [29].
Orsenigo sollte 'in allerhöchstem Auftrag' (d. h. auf Anweisung des Papstes) im November 1943 ein Gespräch mit Hitler auf dem Obersalzberg gehabt haben. Als er dort auftragsgemäß die Judenfrage berührte, soll Hitler aufgesprungen sein, dem Nuntius den Rücken zugekehrt haben und wütend ein Wasserglas zu Boden geworfen haben. Das Gespräch sollte dann damit beendet gewesen sein [30]. Allerdings war Hitler zur angegebenen Zeit überhaupt nicht in Berchtesgaden; er verblieb ab 29. Juni in Rastenburg, im Führerhauptquartier Wolfschanze. Die angebliche Begegnung findet sich auch in keiner anderen Quelle und ist wahrscheinlich unwahr.
Orsenigo muss von den Judenverfolgungen gewusst haben; sowohl aus Deutschland als auch aus Polen müssen ihm Einzelheiten zugespielt worden sein. Hierfür sprechen folgende Punkte:
Der Ingenieur Kurt Gerstein (1905-1945), als Chemiker vertraut mit Giftgasen, ist im Mai 1941 in die Waffen-SS eingetreten und zum Obersturmbannführer aufgestiegen. Er war ein leidenschaftlicher, ethisch-religiös bestimmter Gegner der Nazi-Kirchen- und Rassenpolitik und hatte tiefe Einblicke in die Vernichtungsmaschinerie des Holocausts gewonnen und mehrere Schritte unternommen, um die Welt zu warnen und damit zu versuchen, das Großverbrechen aufzuhalten. Es gelang ihm im August 1942 dabei auch, in die Berliner Nuntiatur, Rauchstraße Nr. 21, vorzudringen um sein Material [31] dem Nuntius zu übergeben. Er wurde aber nicht zu Orsenigo vorgelassen; dessen Sekretär (der übrigens Dokumente sehr gut hätte annehmen können) wies ihn zurück, sehr wahrscheinlich auf Anweisung Orsenigos, der Gerstein nicht traute und eine Provokation befürchtete. Gerstein wurde nur gefragt, ob er Soldat sei; nach seiner verneinenden Antwort wurde er gebeten, die Nuntiatur zu verlassen [32].
Am 15. Oktober 1942 brachte Orsenigo 'mit einiger Verlegenheit und ohne Nachdruck' beim AA-Unterstaatssekretär Woermann vor, dass beim Vatikan mehrfach Anfragen von Juden eingegangen seien, die sich nach dem Schicksal von Angehörigen erkundigten, die zum Verlassen ihres bisherigen Wohnortes veranlasst worden seien. Woermann verneinte, hierüber Auskunft geben zu können [33].
Die Zuständigkeit Orsenigos wurde immer mehr eingeengt: So hatte Hitler am 24. Oktober 1942 in einem geheimen Rundschreiben seine engsten Mitarbeiter darüber informiert, dass der Vatikan sich bis jetzt geweigert hat, die deutschen Eroberungen anzuerkennen; eine gute Gelegenheit die Gültigkeit des Reichskonkordats auf das Altreichsgebiet zu beschränken und in den neugewonnenen Gebieten einen vertragslosen Zustand einzurichten [34].
Am 15. März 1943 überreichte Orsenigo dem AA-Staatssekretär Weizsäcker ein verschlossenes, persönlich an Außenminister Ribbentrop gerichtetes Schreiben vom Kardinalstaatssekretär Maglione; das vatikanische Sekretariat hatte daran wochenlang gearbeitet. Er fügte dabei unverständlicherweise hinzu, er glaube von einem persönlichen Empfang beim RAM absehen zu können [35]; aber die Berichte Orsenigos an Rom und Weizsäckers an Ribbentrop zeigen Diskrepanzen. So stellt sich also di eFrage, ob Orsenigo die Kurie falsch unterrichtet hat oder ob Weizsäcker mit Absicht das Verhalten des Nuntius als schwach dargestellt hat?[36]
Weizsäcker überreichte jedenfalls am 18. März Orsenigo das ihm 15/3 übergebene Schreiben für Außenminister Ribbentrop; mit der Begründung, da dieser 'nicht zugegen' war, habe er 'aus eigenem Antrieb' den Brief geöffnet und dann gesehen, dass es sich um das Vorbringen von Beschwerden handele, die sich auf das Gebiet des Warthegaues und des Generalgouvernements bezögen, d. h. auf Gebiete außerhalb des Altreiches. Er bat daher Orsenigo, den Brief wieder mitzunehmen. Orsenigo war darüber persönlich entsetzt und befürchtete, dass seine Tage in Berlin jetzt gezählt seien; Er blieb allerdings auf seinem Posten; händigte den Protest auftragsgemäß später erneut aus und wurde wieder zurückgewiesen [37]. Weizsäcker 'beruhigt' Orsenigo: durch die Rücknahme des Briefes sei das Ganze ja nun hinfällig geworden...
Nach dem missglückten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 brachten die in Berlin akkreditierten ausländischen Diplomaten, an der Spitze Doyen Orsenigo, durch Eintragung in das in der Berliner Parteikanzlei ausliegende Gästebuch ihre Teilnahme und ihre Glückwünsche zum Überleben Hitlers zum Ausdruck [38]. Das vatikanische Staatssekretariat hatte nach dem Attentat auf Hitler ein Telegramm vorbereitet, dass den Nuntius anwies, zu tun 'was ihm die diplomatischen Gepflogenheiten in einer solchen Situation geraten zu sein schienen'. Dann berichtete die Presse, dass der Führer die Glückwünsche des Diplomatischen Korps entgegengenommen hatte, darunter auch die des Nuntius. Pius XII ließ Orsenigo die Anweisung geben, es dabei zu belassen [39]. Orsenigo hat vorher nichts vom Attentat gewußt und noch nach Kriegsende wusste er nicht, wie er das Attentat beurteilen sollte.
Die Wohn- und Arbeitssitze Orsenigos wechselten im Laufe des Krieges. Anfänglich befand sich die Nuntiatur in der Rauchstraße Nr. 21 in Berlin. Im August 1943 hatte Orsenigo auf Drängen der Reichsregierung seinen Sitz nach Schloß Prötzel in der Nähe von Straußberg (55 km östlich von Berlin) verlegen müssen [40], an der Peripherie des Gebietes um Berlin, in dem ausländische Diplomaten Bewegungsfreiheit hatten. Orsenigo bat dabei Steengracht um Genehmigung, sich in einem Umkreis von 40 km um das Gut Prötzel bewegen zu dürfen [41]. In der Nacht vom 22. zum 23. November 1943 wurde die Berliner Stadtstelle der Nuntiatur, immer noch in der Rauchstraße, durch Bomben völlig zerstört (Orsenigo selbst war allerdings schon vorher in das Schloss Prötzel umgezogen). Das Büro der Berliner Nuntiaturstelle kam nun in das Marienstift, Michaelkirchplatz 3, Berlin [42]. Ende Januar 1945 zog Orsenigo, wegen des Vorrückens der Roten Armee bis in die Nähe Prötzels, nach Nedlitz bei Potsdam um, mit der Absicht, sich anschließend nach Bayern zu begeben. Das Außenamt bezeichnete es jedoch als untragbar, dass der Doyen des Diplomatischen Korps die Reichshauptstadt verlasse, solange Reichsregierung und sämtliche diplomatischen Vertreter sich noch in Berlin oder Umgebung aufhielten. Durch die Bombenangriffe psychisch schwer angeschlagen (er wurde während einer Besprechung im Außenamt bewusstlos) und unter der Voraussetzung, dass die Geschäfte der Nuntiatur durch die Stadtstelle Marienstift in Berlin weitergeführt werden konnten, legte Orsenigo, gegen den Willen des Papstes, am 8. Februar 1945 sein Amt als Nuntius in Deutschland nieder und zog nach Eichstätt (südlich von Nürnberg) [43].
Nach Kriegsende forderte das vatikanische Staatssekretariat allerdings nicht, dass der Nuntius nach Berlin zurückkehrte. Anfang Juni 1945 kündigte Orsenigo die Räume der Nuntiatur im Berliner Marienstift; er selbst blieb in Eichstätt. Im Oktober 1945 errichtete Pius XII eine vatikanische Mission mit Sitz in Kronberg (Taunus), in der Nähe des Hauptquartiers Eisenhowers; daneben bestand formell die Nuntiatur in Eichstätt fort und Orsenigo wurde immer noch nicht zurückgerufen. Orsenigo starb am 1. April 1946 ganz plötzlich in seinem Verbleib in Eichstätt. Er wurde im Ort beerdigt; dort liegt noch heute sein vergessenes Grab. Die vatikanische Mission in Kronberg wurde nicht als institutioneller Nachfolger der Nuntiatur angesehen. Im Juli 1946 wurde der amerikanische Bischof von Fargo, Aloysius Muench, zum Leiter der 'Vatikanischen Mission' in Kronberg ernannt. Er war zugleich Leiter der Päpstlichen Mission für Flüchtlinge in Deutschland und Armeebischof der US-Streitkräfte in Deutschland. Er bekam den Titel eines Apostolischen Visitators. Im Oktober 1949 wurde Muench zum Verweser der seit dem Tode Orsenigos 1946 vakanten Apostolischen Nuntiatur ernannt. Im Jahre 1951 wurde er der erste Apostolische Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Bonn [44].
Orsenigo verblieb trotz vielfacher Kritik bis zum Ende des Dritten Reiches in Berlin; er war einer der wenigen Diplomaten, die vom Anfang bis zum Ende den Aufstieg und Fall des Hitlerreiches miterlebt haben. Sein Verhältnis zu einigen der deutschen Bischöfe galt bald als verrüttet, doch wurde er weder von Pius XI noch von Pius XII abberufen, obwohl mehrfach diesbezügliche Wünsche in Rom vorgetragen wurden. Die Sorge, die deutsche Reichsregierung könnte nach seinem Abzug keinen neuen Gesandten des Heiligen Stuhls akkreditieren, scheint hierbei wohl eine große Rolle gespielt zu haben [45].
Auch wenn man grundsätzlich die Schwierigkeiten Orsenigos Aufgabe anerkennt, überwiegen doch kritische bis negative Urteile, wie sie oben beschrieben wurden. Allerdings war bis vor kurzem die Quellenlage einseitig und Orsenigos Berichte an das vatikanische Staatssekretariat (die Kardinäle Pacelli und Maglione) waren grösstenteils unbekannt. Die Veröffentlichung Dieter Albrechts "Der Notenwechsel zwischen dem Heiligen Stuhl und der Deutschen Reichsregierung. Bd. III: Der Notenwechsel und die Demarchen des Nuntius Orsenigo 1933-1945" (1980) umfasst Demarchen Orsenigos an die deutsche Reichsregierung, nicht die interne Verständigung zwischen Orsenigo in Berlin und der politischen Zentrale im Vatikan. Die Teilöffnung der vatikanischen Archive für die Zeit des Papstes Pius XI (1922-1939) im Jahre 2003 hat die Quellenlage jetzt verbessert; zum ersten Mal sind nun die Berichte Orsenigos bis zum Frühjahr 1939 vollständig zugänglich. Aber auch die Anweisungen aus Rom, die Korrespondenzen Berlin-Rom v.v. sowie interne Papiere des Staatssekretariats. Die Berichterstattung erweist sich als außergewöhnlich dicht: Orsenigo schrieb oder telegrafierte mitunter mehrmals täglich nach Rom. Dabei wechselten sich treffende und unzutreffende Urteile, wahre und falsche Informationen stets ab. Die Bedeutung dieses Korpus rechtfertigt eine kritische Edition; allein ein fundierter Kommentar kann diese Schriftstücke so erschließen, dass ein falsches Verständnis und Fehlinterpretationen verhindert werden können. Es liegen etwa 1.500 Berichte Orsenigos vor und das ganze Korpus umfasst etwa 2.000 Stück (für die Zeit bis 1945 mindestens weitere 2.000).
Eine zu erwartende Doppelausgabe wird folgendes umfassen:
- Eine wissenschaftliche digitale Edition, die auf einem Internetserver des Deutschen Historischen Instituts in Rom angesiedelt sein wird; alle Texte in der jeweiligen Originalsprache (in der Regel italienisch) mit wissenschaftlich-kritischem Kommentar. Ende 2005 wird voraussichtlich ein erster Ausschnitt (Periode 1933) als Testversion ins Netz gestellt werden.
- Eine einbändige Buchausgabe in der Reihe A der Veröffentlichungen der Kommisson für Zeitgeschichte, Bonn mit einer Auswahl der Berichte Orsenigos, einschließlich Übersetzungen ins Deutsche, ebenfalls wissenschaftlich kommentiert [46].
Damit ist die Quellenlage wesentlich verbessert und eine optimale Grundlage für weitere Forschungen gelegt. Die Berichterstattung Orsenigos beeinflußte ja wesentlich die Politik des Heiligen Stuhles gegenüber dem Dritten Reich. Auch eine Beurteilung des Nuntius Orsenigo kann dann besser und vollständiger zusammengestellt werden.
Autor: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. / Niederlande
Literatur
Akten der Reichskanzlei: Die Regierung Hitler. Bde I, II, III. Boppard/München 1983-2002
Albrecht, Dieter: Der Notenwechsel zwischen dem Heiligen Stuhl und der Deutschen Reichsregierung. Bd. III: Der Notenwechsel und die Demarchen des Nuntius Orsenigo 1933-1945. Mainz 1980
Blet, Pierre: Papst Pius XII. und der Zweite Weltkrieg. Aus den Akten des Vatikans. Paderborn 2000
Brechenmacher, Thomas: (Auskunft bez.) Digitale Edition 'Berichte des Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo aus Deutschland 1930 bis 1939’. Im internet
Cornwell., John: Hitler's Pope. The secret history of Pius XII. London 2000
Falconi, Carlo: Das Schweigen des Papstes. Hat die Kirche kollaboriert? München 1966
Friedländer, Saul: Pius XII und das Dritte Reich; eine Dokumentation. Reinbek 1965
Giovanetti, Alberto: Der Vatikan und der Krieg. Köln 1961
Rhodes, Anthony: The Vatican in the Age of the Dictators 1922-1945. London 1973
Rothfels, Hans: Augenzeugenbericht zu den Masservergasungen. In VfZ 1953-2, S. 177/96
Sauser, Ekkart: Cesare Orsenigo. In: Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon. Bd. XXI, Spalte 1136-1140 in: www.bautz.de/bib l/o/orsenigo_c.shtml (2002)
Anmerkungen
[0] Die Personalangaben sind vornehmlich entnommen worden:- Dieter Albrecht: Notenwechsel zwischen H. Stuhl und Dt. Reichsregierung Bd. III, S. XXIII-XLIII; Mainz 1980.
- Ekkart Sauser: Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon Spalte 1136/40 (www.bautz.de)
- Andere Internet-Notizen.
[1]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XXIII.
[2]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XXV-XXVI.
[3]. Akten der Reichskanzlei, Regierung Müller Bd. 2, in Dok. 434, S. 1429.
[4]. Sauser in www.bautz.de; Deutsch Conspiracy against Hitler S. 112 und Nt. 24.
[5]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XXXf.
[6]. Lewy RK Kerk en Nazi-Dt. S. 46.
[7]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XXVII-XXVIII
[8]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XVIII und Noten 8/9; Binder Irrtum/Widerstand S. 199.
[9]. Aber: was hätte bez. der Juden noch schlimmer sein können ?
[10]. Wolf Pius XI und die Zeitirrtümer in VfZ 2005-1, S. 1-42, hier S. 10.
[11]. Blet Pius XII, S. 154/55; Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XXIX.
[12]. Sauser in www.bautz.de; Falconi Schweigen S. 215 und S. 216f; Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XXIX.
[13]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XXX und XXXV.
[14]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, Dok. 573, S. 447; Giovanetti Vatikan S. 214/19.
[15]. Falconi Schweigen S. 293/94; Blet Pius XII S. 73.
[16]. Falconi Schweigen S. 294/02; Albrecht Kirche im Dr.Reich S. 145/46; siehe bez. der Konsequenzen S. 147; Blet Pius XII S. 73.
[17]. Albrecht Pol.Klauseln S. 128/29 ff; Albrecht Notenwechsel Bd. II Dok. 10/2*, S. 224/29; Goebbels-TB Bd. II/4, S. 579 und 615; siehe Akten Parteikanzlei I-2 Regest 26433, S. 821; auch Broszat NS Polenpolitik S. 174/75; Blet Pius XII S. 73; siehe auch Lammers an Ribbentrop vom 2/6 in ADAP Serie E Bd. II, Dok. 261, S. 448/49;
[18]. Rhodes Vatican in the Age of Dictators S. 285/87.
[19]. Friedländer Pius XII, S. 115/16; Albrecht Notenwechsel Bd. II, Nrs. 13/4*, S. 229/32/35 und Bd. III Dok. 934, S. 657/58.
[20]. Albrecht Notenwechsel Bd. II Dok. 15*, S. 235/37 und Bd. III, Dok. 934, S. 657/58; Albrecht Kirche im Dr.Reich S. 164.
[21]. Falconi Schweigen S. 302/04; Blet Pius XII, S. 73/4.
[22]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XL/XLII.
[23]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, in Nrs. 7+8, S. 10/1.
[24]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. 312 in Nt. 1; Schulthess 1939 S. 88/9; Domarus Reden/Proklamationen Bd. II, S. 1145/46; Goebbels Tagebücher Bd. I/6, S. 323; Cornwell Hitler's Pope S. 209.
[25]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, Dok. 347, S. 314.
[26]. ADAP Serie D, Bd. VI, Dok. 331, S. 352/54; Freund Gesch.2.Weltkr.in Dok. Bd. II, Dok. 108, S. 320/23; Albrecht Notenwechsel Bd. III, Dok. 348, S. 314/17; auch Giovanetti Vatikan S. 55/8; Friedländer Pius XII, S. 27f; Cornwell Hitler's Pope S. 224/26; Chadwick Britain/Vatican S. 63/4 und a.a.O.
[27]. ADAP Serie D Bd. VI, Dok. 372 S. 399/00 und Dok. 373, S. 400.
[28]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, Dok. 352, S. 320; Giovanetti Vatikan S. 75/9; Blet Pius XII S. 9f.
[29]. ADAP Serie D Bd. VI, Dok. 396, S. 430/31; Albrecht Notenwechsel Bd. III, Nrs. 347-350 und 352, hier S. 320.
[30]. Rhodes Vatican in the Age of the Dictators S. 343. Rhodes nennt als Quelle eine Nachkriegserinnerung des italienischen Professors Senatra in der Berliner Diozesanzeitung 'Petrusblatt' vom 7. April 1963, der 'Documentation Catholique' vom 18. August 1963 zitierend (chronologisch sehr merkwürdig); Sauser in www.bautz.de (ohne Quellenangabe).
[31]. Rothfels Augenzeugenbericht (Gersteins) in VfZ 1953-2, S. 152, 185/93; Falconi Schweigen S. 62.
[32]. Später überreicht Gerstein seinen Bericht einem Berater des Berliner Bischofs Preysing, Dr. Winter; es besteht kein Grund zur Annahme, dass der Text Gersteins via Preysing dann nicht nach Rom geschickt worden ist (Levin Holocaust S. 686 u.a.).
[33]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, Dok. 954, S. 670; Friedländer Pius XII S. 105.
[34]. Goebbels-Tagebücher Bd. II/6, S. 181.
[35]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, Dok. 996, S. 693; auch in Friedländer Pius XII S. 121/22; Albrecht Kirche/Dr. Reich S. 168; Blet Pius XII, S. 89/0.
[36]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XXXII.
[37]. ADAP Serie E Bd. VI, Dok. 212, S. 10/11; Albrecht Notenwechsel Bd. III S. XXXII und in Dok. 1000, S. 695/97; auch in Friedländer Pius XII S. 122/23; Albrecht Kirche/Dr. Reich S. 168/69; Blet Pius XII, S. 90; Falconi Schweigen S. 242.
[38]. Overesch Geschichts-Kalendarium Bd. III, S. 512.
[39]. Blet Pius XII, S. 269.
[40]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XLVII.
[41]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, Dok. 1064, S. 730/31.
[42]. Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XLVII.
[43]. Blet Pius XII, S. 193/94; http//de.wikipedia.org/wiki/Cesare_Orsenigo; Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XLVII.
[44]. www....; Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XLVII und XLVIII.
[45]. Brechenmacher in www; Albrecht Notenwechsel Bd. III, S. XLV und XLVI.
[46]. Brechenmacher in www.dhi.de
